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Jevon Newman Forest – Der Jevon Newman Wald

jevon newman forest

Ich bin froh und gleichzeitig traurig, den kürzlichen Neuzuwachs des Itapoa Rainforest Reserves von 78 Hektar Urwald bekannt zu geben. Das neuerworbene, geschützte Land wird den Namen ‚Itapoa’s Jevon Newman Wald‘ tragen.

Jevon Newman war ein junger Mann, den ich kennenlernte, als er 2007 das Itapoa Rainforest Reserve besuchte. Wir wurden Freunde und nachdem ich meine Erfahrungen im Chocó Regenwald mit ihm geteilt hatte, beteiligte er sich enthusiastisch an unserem Kampf, die weitere Regenwaldabholzung zu verhindern. 2008 kam er zurück mit der Idee, ein Stück Urwald zu kaufen um es zu bewahren – eine Leidenschaft, die sich bereits zeigte als er erst 11 Jahre alt war.

Eines Morgens in diesem Jahr gingen wir tief in den Dschungel, um das Grundstück mit einigen Freunden, Freiwilligen und Landverkäufern zu begutachten. Es war sehr früh, 7 Uhr morgens, als wir von Cristobal Colón aus starteten, der letzten Stadt am Rande des Waldes, bis zu der man mit dem Auto vordringen kann. An diesem Tag verliefen wir uns einige Male, bevor wir das erste Landstück erreichten. Wir kletterten über Hügel und überquerten Flüsse; der Pfad war wie immer voller Schlamm, aber sein Enthusiasmus ließ niemals nach. Nach sechs Stunden Marsch kamen wir auf dem Grundstück an, wir inspizierten es und kehrten auf dem Weg zurück, auf dem wir gekommen waren. Wir brauchten weitere sechs Stunden, bis wir wieder Cristobal Colon erreichten. Im Dschungel wird es sehr früh dunkel und das einzige Licht, das uns den Weg hinaus leuchtete, war das Licht meines Handys.

Es war ein bemerkenswerter Tag, an dem wir Ideen, Träume und Leidenschaften austauschten: Jan, ein deutscher Freiwilliger, Angel, ein lieber ecuadorianischer Freund, sein Cousin Manuel, unser Taxifahrer in Puerto Quito, und Don Clemente Bailon, ein großherziger Mann. Etwas, das mich an Jevon faszinierte, waren seine Augen, die so große Zufriedenheit ausstrahlten, als er den unberührten Regenwald sah, und sein mit Freude gefülltes Lächeln, wenn er einen Affen oder einen Tukan beobachtete.

Am zweiten Tag zog Jevon allein mit Don Clemente Bailon los, um seinen Wald zu sehen. Er kehrte mit demselben Blick und demselben Lächeln zurück, das mir bereits vorher aufgefallen war, und erzählte von der Schönheit dieses Landstücks und seinem wunderbaren Wasserfall. Vom Fleck weg machte er den Handel perfekt und kaufte das Landstück, ungeachtet all der rechtlichen Angelegenheiten, die es zu klären gäbe. Es war nur seine selbstlose Leidenschaft für den Urwald, die Jevon dazu brachte, ein Landstück zu kaufen, über dessen Eigentum er nie eine formale Urkunde erhalten würde, lediglich den rechtmäßigen Besitz von Don Clemente Bailon, dem er vertraute, dass er den ursprünglichen Regenwald bewahrte.

Jevon hatte darüber hinaus ehrenamtlich in einem Notfallkrankenhaus in Quito mitgearbeitet. Diese Erfahrung und seine Tätigkeit als Rettungssanitäter in Milwaukee hatten zu seinem Wunsch geführt der Menschheit durch die Ausübung der Medizin zu dienen. Er graduierte an der Medical School des University College Dublin in Irland im Juni 2012. Dann zog Jevon nach Arkansas, um sich in Notfallmedizin zu spezialisieren. Es geschah dort, weniger als einen Monat nach seinem dreißigsten Geburtstag, dass Jevon beim Fahrradfahren von einem Motorrad angefahren wurde. Er starb in den frühen Morgenstunden des 8. Juli 2012.

 

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